Innenstaatssekretär Martin Rößler hat vor dem Hintergrund der IT-Sicherheitslücke, die in den vergangenen Tagen weltweit zur Abschaltung von Internetseiten führte, die ATHENE Cyber Range in Darmstadt besucht. In dem Trainingszentrum für Cybersicherheit, das zum Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENEÖffnet sich in einem neuen Fenster gehört und vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt betrieben wird, übten IT-Fachleute aus der hessischen Landesverwaltung die Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen in einer realistischen, aber sicheren Simulationsumgebung.
Für Mitarbeiter der IT und Security-Operation-Center (SOC) der Landesverwaltung finden im Oktober und November insgesamt vier Cybersicherheitstrainings zu verschiedenen Themenbereichen statt. Das inhaltliche Spektrum reicht von Cyberangriffen auf Unternehmensmitarbeiter und Arbeitsplatzrechner bis hin zu Attacken auf IT-Infrastrukturen. Bei dem Training, das der Staatssekretär besuchte, ging es um Angriffe auf Datenbanken zur Abschöpfung von Informationen. Martin Rößler verfolgte, wie das operativ tätige Fachpersonal komplexe Angriffs- und Abwehrszenarien unter realistischen Bedingungen trainiert, um die Notfallvorsorge der hessischen Landesverwaltung weiter zu schärfen.
Reaktionsabläufe trainieren und Einsatzroutinen festigen
Martin Rößler hob bei seinem Besuch die Bedeutung von Cybersicherheitstrainings und die langjährige Partnerschaft mit dem Fraunhofer SIT hervor: „Die jüngsten IT-Sicherheitsvorfälle und die vorsorglich ergriffenen Schutzmaßnahmen haben einmal mehr die Verwundbarkeit digital vernetzter Gesellschaften und der Verwaltungsnetze verdeutlicht. Cyberangriffe, Ransomware und globale IT-Sicherheitslücken erfordern von IT-Beschäftigten mehr als nur theoretisches Wissen um im Ernstfall auf eine sichere Routine zurückgreifen zu können. Bei den Übungen in der ATHENE Cyber Range werden Reaktionsabläufe trainiert und Einsatzroutinen gefestigt.
Cybersicherheit ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis vielfältiger Vorsorgemaßnahmen. In der hessischen Landesverwaltung gehören dazu auch Spezialtrainings, bei denen sich IT-Fachleute mit komplexen Angriffs- und Abwehrszenarien auseinandersetzen. Die Trainings sind Bestandteil einer jahrelangen, erfolgreichen Zusammenarbeit des Landes Hessen mit dem Fraunhofer-Institut SIT und dem Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE. Das Fraunhofer-Institut SIT begleitet das Land kompetent bei der Entwicklung innovativer Schutzkonzepte, Risikoanalysen und praxisnahen Weiterbildungen. Die Kooperation zwischen dem Land und dem Institut stellt immer wieder sicher, dass neueste Erkenntnisse aus der Cybersicherheitsforschung direkt in die Schulungsmaßnahmen der hessischen Landesverwaltung einfließen.“
Starker Partner in der Forschung
Das Fraunhofer-Institut SIT gehört zu den führenden Forschungseinrichtungen für IT-Sicherheit in Deutschland und Europa. Im Mittelpunkt stehen die angewandte Forschung und die Entwicklung innovativer Lösungen für Sicherheits- und Datenschutzfragen. Das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz steht im engen Austausch mit dem Institut und dem Forschungszentrum ATHENE, insbesondere über die Forschungsaktivitäten im Zusammenhang mit der Förderrichtlinie „Cybersicherheitsforschung in Hessen“ und dem Rahmenvertrag „Cybersicherheitsforschung“.
Aktionsprogramm für kommunale Cybersicherheit
Das Land Hessen hat schon früh auf die erhöhte Bedrohung aus dem Cyberraum reagiert und das Aktionsprogramm Kommunale Cybersicherheit (AKC) aufgelegt. Das Programm bietet Kommunen Unterstützung in den Bereichen Informationstechnik, Notfallvorsorge, Notfallhilfe und Personalsensibilisierung. Allein im vergangenen Jahr haben 259 Kommunen in Hessen die vielfältigen Angebote des AKC genutzt.
Mit dem neuen KOMPASS-Cybersicherheitssiegel macht das Land Hessen zusätzlich das Engagement der Kommunen für mehr Cybersicherheit sichtbar. Das Siegel würdigt die Arbeit der ausgezeichneten Kommunen und soll andere Kommunen anspornen, ihrerseits die Cybersicherheit zu stärken. Das Hessische Cybersicherheitssiegel wird zunächst für die Dauer von drei Jahren verliehen. Voraussetzung ist die Teilnahme am AKC-Modul „Sichere Kommunale Netze Hessen”, die Durchführung eines IT-Audits durch Experten der ekom21 und die Umsetzung der daraus resultierenden Sicherheitsempfehlungen.