Das Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz hat dafür den überarbeiteten Leitfaden „Sicherheit bei Veranstaltungen“ veröffentlicht. Er ist gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, den kommunalen Spitzenverbänden sowie Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis entstanden. Außerdem wurde der polizeiliche Erlass zur Zusammenarbeit zwischen Polizei und kommunalen Ordnungsbehörden bei der Sicherheit von Veranstaltungen vom Mai 2025 auf Grundlage einer Evaluation neu gefasst.
Poseck wirbt für verhältnismäßige Sicherheitsvorgaben
Innenminister Roman Poseck betonte mit Blick auf die Sicherheit von Veranstaltungen: „Hessen ist ein fröhliches Bundesland. Feierkultur gehört zu Hessen, zu unseren Städten und Gemeinden und zu unserer Identität. Ob Kerb, Weinfest, Fastnachtsumzug oder Weihnachtsmarkt, unsere Feste bringen Menschen zusammen, stärken den Zusammenhalt und leben vom großen Engagement zahlloser Ehrenamtlicher, Vereine und Kommunen. In diesem Jahr haben in ganz Hessen wieder viele Veranstaltungen stattgefunden. Der Zissel in Kassel, das große nordhessische Volks- und Wasserfest, hat mit Umzügen zu Land und zu Wasser sein 100. Jubiläum gefeiert. Das Museumsuferfest in Frankfurt am Main, eines der größten Kulturfestivals Europas, ist mit über einer Million Besuchern sicher und friedlich verlaufen. Das zeigt, dass unser Weg richtig ist.
Die Sicherheitslage bleibt angespannt und wir nehmen sie ernst. Unsere Polizei bewertet die Gefährdung bei Veranstaltungen sorgfältig und berät Kommunen und Veranstalter mit großer Fachkenntnis. Zugleich gilt, dass es absolute Sicherheit nicht geben kann und aus Veranstaltersicht auch nicht geben muss. Nicht jeder abstrakten Gefahr kann vorbeugend begegnet werden, wie es die höchstrichterliche Rechtsprechung ausgedrückt hat. Wir werden nicht zulassen, dass Terroristen und Gefährder unser Leben und unsere Feierkultur bestimmen.
Hessen setzt daher seine Linie mit Augenmaß und Pragmatismus fort. Mit dem neu gefassten Leitfaden und dem polizeilichen Erlass schaffen wir Klarheit und Handlungssicherheit für alle Beteiligten. Nicht jedes kleine Straßenfest und nicht jeder Flohmarkt braucht umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Im Mittelpunkt jeder Betrachtung steht immer die konkrete Veranstaltung. Schutzmaßnahmen müssen zur Gefährdungslage passen, angemessen und vor Ort umsetzbar sein. Standards um ihrer selbst willen helfen niemandem.