Gemeinsam mit dem Direktor der Hessischen Landesfeuerwehrschule, Erwin Baumann, der stellvertretenden Direktorin des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen, Petra Zellner, dem Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies, dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, Norbert Fischer sowie dem Landes-Kinder-Jugendfeuerwehrwart Martin Philipp nahm Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck das neue Gebäude in Betrieb.
Innenminister Roman Poseck betonte bei der Eröffnung: „Der Neubau des Kinder- und Jugendfeuerwehrausbildungszentrums ist unser aktuelles Leuchtturmprojekt für die hessischen Feuerwehren. Mit insgesamt rund 26 Millionen Euro hat das Land Hessen hier ein modernes Zuhause für die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses und seiner Betreuerinnen und Betreuer geschaffen. Das KJFAZ ist das Herzstück der Ausbildung der hessischen Jugendfeuerwehrwartinnen und Jugendfeuerwehrwarte und damit Impulsgeber für eine zeitgemäße und altersgerechte Nachwuchsarbeit in den hessischen Feuerwehren.
Die Kinder- und Jugendfeuerwehr ist der Garant für eine sichere Zukunft der Feuerwehren in Hessen, und sie ist weitaus mehr als das. Hier haben Kinder und Jugendliche Spaß, finden Freunde und Gleichgesinnte und erleben, dank des Ideenreichtums und des Engagements ihrer Betreuer, viel Neues und Spannendes. Die Jugendwarte sowie die Betreuer leisten dabei Großartiges. Sie sind nicht selten Vertrauensperson und Vorbild für die Heranwachsenden. Das verdient größte Hochachtung.
Rund 80.000 Hessinnen und Hessen engagieren sich ehrenamtlich in den rund 2.400 Feuerwehren und 800 Katastrophenschutzeinheiten unseres Landes. Sie sind die tragende Säule der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr, ohne die ein flächendeckender und schlagkräftiger Schutz der Bürger nicht denkbar wäre. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank.“
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Der Umbau der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung zum KJFAZ erfolgte in zwei Bauabschnitten. Dem offiziellen ersten Spatenstich am 15. September 2018 folgte im Jahr 2020 die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts mit einem Volumen von rund 6,5 Millionen Euro. Der Baubeginn des zweiten Bauabschnitts erfolgte am 22. Januar 2024, das Richtfest wurde am 29. Januar 2025 gefeiert. Für den Neubau des Multifunktionsgebäudes hat das Land rund 19,5 Millionen Euro aufgewendet.
Der Hessische Landtag hat mit der Verabschiedung des Haushalts 2026 dafür gesorgt, dass für das Jugendfeuerausbildungszentrum in Marburg-Cappel ab diesem Jahr sieben zusätzliche Stellen zur Verfügung stehen. Sechs Stellen davon sind bereits besetzt und die letzte Stelle wird zum 1. September 2026 besetzt werden. Die Ausbildungskapazität am Standort steigt damit von 45 auf 76 Lehrgangsteilnehmer.
Moderner Holzbau mit CO2-neutraler Wärmeversorgung
Der dreigeschossige, L-förmige Neubau verfügt über eine Gesamtnutzfläche von rund 1.605 Quadratmetern. Im Erdgeschoss stehen ein Foyer für größere Versammlungen und Ausstellungen, ein Speisesaal mit Speisenausgabe für 90 Personen sowie die Büros der Geschäftsstelle der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr zur Verfügung. Im ersten Obergeschoss befinden sich Seminarräume und Lehrsäle, ein Werkraum, ein EDV-Lehrsaal sowie eine Lernlandschaft für Workshops und Kleingruppenarbeit, im zweiten Obergeschoss 25 Unterkunftszimmer für die Lehrgangsteilnehmer. Im Sinne der Holzbauoffensive Hessen wurde das Gebäude in weiten Teilen aus Holz errichtet. Die Wärmeversorgung der gesamten Liegenschaft erfolgt CO2-neutral über eine zentrale Pellet- und Photovoltaikanlage mit eigenem Nahwärmenetz, die Dachfläche wird darüber hinaus extensiv begrünt.
Neben der Aus- und Fortbildung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit werden am KJFAZ auch nicht-feuerwehrtechnische Lehrgänge angeboten. Damit werden die Ausbildungskapazitäten des Hauptsitzes der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel spürbar entlastet. Zugleich dient das KJFAZ als Heimstätte der Geschäftsstelle der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr im Landesfeuerwehrverband Hessen.
Starke Nachwuchsarbeit in ganz Hessen
In den Nachwuchsabteilungen der hessischen Feuerwehren engagieren sich über 45.000 Kinder und Jugendliche. Über 26.000 Jugendliche sind in mehr als 1.900 Jugendfeuerwehren organisiert, rund 17.500 Mädchen und Jungen in knapp 1.200 Kindergruppen. Damit ist die Kinder- und Jugendfeuerwehr der zweitgrößte Jugendverband des Landes und in allen hessischen Kommunen vertreten. Mit der Gründung der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr im Jahr 2026 sind die Hessische Jugendfeuerwehr und die Kinderfeuerwehr Hessen zu einer starken Gemeinschaft zusammengewachsen, von den jüngsten Mitgliedern in den Kindergruppen bis zu den Jugendlichen kurz vor dem Eintritt in die Einsatzabteilung.
Schwerpunkt Brandschutzerziehung
Ein weiterer Schwerpunkt am KJFAZ ist die Brandschutzerziehung. Gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband Hessen hat das Land ein Konzept entwickelt, das die strukturellen Grundlagen für eine flächendeckende Umsetzung auf hohem Niveau schafft. Am KJFAZ ist eine Kompetenzstelle Brandschutzerziehung eingerichtet worden, die als zentrale Anlaufstelle für alle Belange der Brandschutzerziehung in Hessen dient. Hauptamtliche Brandschutzerziehungskoordinatoren bei den Landkreisen, kreisfreien Städten und Städten mit Sonderstatus werden in den ersten drei Jahren mit bis zu 20.000 Euro und ab dem vierten Jahr mit bis zu 10.000 Euro gefördert. Hinzu kommen hessenweit 34 Gerätewagen Brandschutzerziehung im Wert von jeweils rund 90.000 Euro, die den Feuerwehren zur bedarfsgerechten Ausleihe zur Verfügung stehen. Ein Fahrzeug ist zu Ausbildungszwecken am KJFAZ stationiert.
Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes bleibt ein zentrales Anliegen der Hessischen Landesregierung. Das Land fördert seit Jahren die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und den Bau von Feuerwehrhäusern, die technische Ausstattung, die Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte sowie das Ehrenamt.