Poseck spricht ins Mikrofon - hinter ihm ein Plakat mit der Aufschrift "20 jähriges Jubiläum der Rettungsarche e.V."

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Rettungsarche begleitet Menschen in ein neues Leben

Die Rettungsarche e. V. feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums hat Innenminister Roman Poseck die Arbeit der Einrichtung gewürdigt und den Mitarbeitern, Verantwortlichen sowie Unterstützern für ihr langjähriges Engagement gedankt.

Der Minister kennt die Arbeit der Rettungsarche auch aus eigener Anschauung: Im vergangenen Jahr hatte er die Einrichtung in Ebsdorfergrund-Dreihausen besucht und sich vor Ort über ihre Arbeit informiert.

Innenminister Roman Poseck führte in seinem Grußwort aus: „20 Jahre Rettungsarche stehen für 20 Jahre gelebte Mitmenschlichkeit, Verantwortung und persönlichen Einsatz. Hinter diesem Jubiläum stehen unzählige Stunden Arbeit, viel Herzblut und vor allem Menschen, die hinschauen und anpacken, wenn andere Hilfe benötigen. Die Rettungsarche schenkt Menschen neue Perspektiven und eröffnet ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.

Bei meinem Besuch im vergangenen Jahr konnte ich mir selbst ein Bild von der wertvollen Arbeit machen, die hier jeden Tag geleistet wird. Mich hat besonders beeindruckt, mit welcher Überzeugung und Menschlichkeit Menschen begleitet werden, die schwierige Zeiten erlebt haben und Unterstützung auf ihrem Weg zurück in ein eigenverantwortliches Leben benötigen. Die Rettungsarche ist dabei auch für (Spät-)Aussiedler da, die aufgrund einer Suchterkrankung Unterstützung benötigen und begleitet sie auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Das Prinzip der ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ wird hier ganz praktisch mit Leben gefüllt.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Ein starkes Gemeinwesen lebt von Menschen, die Verantwortung füreinander übernehmen. Der Staat kann unterstützen und gute Rahmenbedingungen schaffen. Mitmenschlichkeit, Gemeinsinn und die Bereitschaft, für andere da zu sein, lassen sich aber nicht staatlich verordnen. Genau deshalb sind Einrichtungen wie die Rettungsarche für unsere Gesellschaft so wertvoll.

Das Land Hessen steht verlässlich an der Seite der Rettungsarche. Auch in diesem Jahr unterstützen wir die wertvolle Arbeit an den beiden Standorten in Ebsdorfergrund und Hünfeld. Die Summe beläuft sich in 2026 auf mehr als 160.000 Euro. Diese Förderung ist Ausdruck unserer Anerkennung für das große Engagement, das hier seit zwei Jahrzehnten geleistet wird und zugleich ein Beitrag dazu, diese wichtige Arbeit auch für die Zukunft zu stärken.

Mein Dank gilt allen, die diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben – den Gründungsmitgliedern, den Verantwortlichen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen Förderern, Partnern und Unterstützern. Ich gratuliere sehr herzlich zum 20-jährigen Bestehen und wünsche der Rettungsarche für die Zukunft weiterhin viel Kraft, engagierte Mitstreiter und Gottes Segen.“

Hilfe zur Selbsthilfe seit 2006

Die Rettungsarche e. V. wurde 2006 gegründet und betreibt in Ebsdorfergrund-Dreihausen eine christlich geprägte Selbsthilfeeinrichtung für suchtkranke Männer. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Seit 2011 ist die Rettungsarche vom Hessischen Sozialministerium als Drogentherapieeinrichtung anerkannt. Im Jahr 2017 kam mit dem Klosterhof in Hünfeld-Molzbach eine weitere Einrichtung hinzu.

Gegründet wurde die Rettungsarche von Lina Vogel, die die Einrichtung bis heute als Geschäftsleiterin prägt. Ihr Anliegen war und ist es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen eine Perspektive zu eröffnen und sie auf dem Weg in ein eigenverantwortliches Leben zu begleiten.

Die Lebensgemeinschaft arbeitet nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ und orientiert sich an christlichen Werten. Eine Besonderheit des Konzepts besteht darin, dass auch Männer als Betreuer tätig sind, die ihre eigene Entwöhnungstherapie bei der Rettungsarche erfolgreich absolviert haben und ihre Erfahrungen weitergeben. Alltag, Haus- und Hofarbeiten sowie Aufgaben in Landwirtschaft und Tierbetreuung werden gemeinschaftlich geplant und eigenverantwortlich erledigt. Auf die zwölfmonatige Rehabilitation folgt ein ebenfalls zwölfmonatiges Nachsorgeprojekt, das die gesellschaftliche und berufliche Wiedereingliederung unterstützt.

Unterstützung reicht über die Standorte hinaus

Das Land unterstützt die Arbeit der Rettungsarche seit vielen Jahren finanziell. Die Förderung kommt den Einrichtungen in Ebsdorfergrund und Hünfeld zugute und trägt dazu bei, die wichtige Arbeit für suchtkranke und hilfsbedürftige Menschen dauerhaft zu stärken.

Über die Arbeit an ihren beiden Standorten hinaus engagiert sich die Rettungsarche auch für hilfsbedürftige Menschen im öffentlichen Raum. Freitags ist das Team am Frankfurter Hauptbahnhof im Einsatz, um Menschen anzusprechen und Unterstützung anzubieten. Darüber hinaus werden im zweimonatigen Rhythmus weitere Bahnhöfe besucht.

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