Am 1. Oktober 1981 machten 38 Frauen den Anfang. Erstmals begannen Frauen in Hessen ihre Ausbildung für den Dienst in der Schutzpolizei. Rund 1.000 Bewerberinnen aus ganz Deutschland hatten sich damals um einen Ausbildungsplatz beworben. Hessen schrieb damit Polizeigeschichte und öffnete als erstes Flächenland der Bundesrepublik die Schutzpolizei für Frauen. 45 Jahre später sind Frauen aus der hessischen Polizei nicht mehr wegzudenken.
Innenminister Roman Poseck erklärt anlässlich des Jubiläums:
„Heute vor genau 45 Jahren haben 38 junge Frauen etwas getan, das damals mutig und alles andere als selbstverständlich war. Am 1. Oktober 1981 begannen sie ihre Ausbildung bei der hessischen Schutzpolizei. Rund 1.000 Frauen aus ganz Deutschland hatten sich beworben, und Hessen wurde als erstes Flächenland der Bundesrepublik zum Vorreiter.
Im Jahr 2024 waren rund 4.700 Beamtinnen im Polizeidienst tätig
Diese Frauen betraten eine Polizeiwelt, die bis dahin fast ausschließlich von Männern geprägt war. Es gab kaum Vorbilder, wenig Erfahrung und sicher auch manchen Zweifel und manche Skepsis. Und trotzdem haben sie sich für diesen Beruf entschieden. Sie haben gezeigt, dass Können, Haltung und Verantwortungsbewusstsein keine Frage des Geschlechts sind. Dafür verdienen sie bis heute unseren tiefen Respekt.
Aus diesen 38 Pionierinnen sind Tausende geworden. Im Jahr 2024 waren rund 4.700 Beamtinnen im Polizeidienst tätig, und insgesamt arbeiteten rund 6.500 Frauen bei der hessischen Polizei. Sie fahren Streife, führen Ermittlungen, bekämpfen Cyberkriminalität, arbeiten in spezialisierten Einheiten und übernehmen Führungsverantwortung. Sie prägen unsere Polizei jeden Tag, und sie machen sie stärker. Denn für guten Polizeidienst zählt am Ende, was ein Mensch kann, wofür er steht und ob er bereit ist, für andere einzustehen.
Frauen für den Polizeiberuf begeistern
Ein Jubiläum ist aber nicht nur ein Anlass zurückzublicken. Es ist auch ein Auftrag für die Zukunft. Wir wollen auch künftig viele Frauen für den Polizeiberuf begeistern. Wir wollen ihnen gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten, was Führungsaufgaben und Spitzenämter selbstverständlich einschließt. Zudem wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, die zu den unterschiedlichen Phasen eines Lebens passen. Ganz besonders gehört dazu, Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren zu können. Wer sich für die Sicherheit der Menschen einsetzt, soll sich darauf verlassen können, dass auch der eigene Lebensweg Raum bekommt.
Mein besonderer Dank gilt heute den 38 Frauen, die 1981 den Anfang gemacht haben. Sie haben Türen geöffnet, durch die seither viele Frauen gegangen sind. Ebenso herzlich danke ich allen Polizistinnen, die heute mit ihrem Einsatz, ihrem Können und ihrer Haltung Verantwortung für die Sicherheit der Menschen in Hessen übernehmen. Sie alle zeigen, dass aus einem mutigen Anfang eine gelebte Selbstverständlichkeit geworden ist.“
Gute Perspektiven für die nächste Generation
Frauen sollen bei der hessischen Polizei in allen Bereichen gute Entwicklungsmöglichkeiten haben, bis hin zur Übernahme von Führungsverantwortung. Dazu gehören auch Arbeitsbedingungen, die unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen. Familienfreundliche Arbeitszeiten, Teilzeit- und Telearbeitsplätze, Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie Unterstützung bei Pflegeaufgaben helfen dabei, Beruf und Familie miteinander zu verbinden. Alle Polizeibehörden tragen das Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber Land Hessen“.
Diese Angebote kommen Frauen und Männern gleichermaßen zugute. Sie tragen dazu bei, Beschäftigten langfristige berufliche Perspektiven zu bieten und qualifizierte Kräfte für die Polizei zu gewinnen und zu halten.
Dass der Polizeiberuf weiterhin auf großes Interesse stößt, zeigen die aktuellen Bewerberzahlen. Mehr als 4.800 Frauen und Männer haben sich 2026 für den Polizeivollzugsdienst beworben. 626 Nachwuchskräfte begannen in diesem Jahr ihr Studium.