Die Zuweisung ist Teil der finanziellen Unterstützung, die die Stadt Hanau als Folge ihrer Auskreisung aus dem Main-Kinzig-Kreis zum 1. Januar 2026 erhält. Damit wird die Stadt in die Lage versetzt, ihre neuen Aufgaben als kreisfreie Stadt zu erfüllen und die Lebensqualität für die Bürger nachhaltig zu sichern.
Innenminister Roman Poseck betonte: „Mit der Auskreisung der Stadt Hanau aus dem Main-Kinzig-Kreis geht ein bedeutender Schritt für die kommunale Selbstverwaltung einher. Diese Entscheidung des Hessischen Landtags ist Ausdruck des Vertrauens in die Leistungsfähigkeit und Eigenverantwortung der Stadt Hanau als kreisfreie Stadt. Gleichzeitig bringt der Statuswechsel neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich, die wir gemeinsam meistern müssen.
Infolge der Auskreisung verändert sich auch die finanzielle Situation. Zwar erhält Hanau als kreisfreie Stadt mehr Geld aus dem kommunalen Finanzausgleich, doch um andere Städte nicht zu benachteiligen, wird die Einwohnerzahl Hanaus zunächst nur teilweise berücksichtigt. Dieser Anteil steigt schrittweise bis zum Jahr 2029 auf 100 Prozent. Dadurch hat Hanau in den ersten Jahren weniger Einnahmen.
Übergangsphase abfedern
Um diese Übergangsphase abzufedern, unterstützt das Land Hessen die Stadt gezielt: Insgesamt erhält Hanau 40 Millionen Euro aus dem Landesausgleichsstock. Davon werden 20 Millionen Euro im Jahr 2026, 13 Millionen Euro im Jahr 2027 und 7 Millionen Euro im Jahr 2028 ausgezahlt. Diese Unterstützung wird der Stadt bei der Bewältigung der neuen Aufgaben als kreisfreie Stadt und der finanziellen Herausforderungen helfen.
Die Stadt Hanau ist mit rund 98.000 Einwohnern die kleinste kreisfreie Stadt in Hessen und ein Oberzentrum im Verdichtungsraum des Regierungsbezirks Darmstadt. Die Auskreisung und die damit verbundenen finanziellen Anpassungen erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land, um die Weichen für eine stabile und zukunftsfähige Entwicklung zu stellen.
Die heutige Übergabe des Zuweisungsbescheides ist ein wichtiges Signal der Solidarität des Landes Hessen mit der Stadt Hanau. Mit der finanziellen Stärkung unterstützen wir die Stadt dabei, ihre neuen Aufgaben als kreisfreie Stadt erfolgreich zu gestalten und die Lebensqualität für die Bürger zu sichern.“
Positive Effekte für die Hanauerinnen und Hanauer
Oberbürgermeister Claus Kaminsky erklärte: „Die Kreisfreiheit Hanaus ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer Stadt, die viele positive Effekte für die Hanauerinnen und Hanauer mit sich bringt. Wir handeln nach dem Grundsatz, den bereits die Mütter und Väter des Grundgesetzes und die Hessische Verfassung festgelegt haben, dass die Probleme, die man vor Ort in einer Stadt erledigen kann, dort erledigt werden sollen. Von den kurzen Wegen profitiert die Bürgerschaft ebenso wie von spezifischen Ortskenntnissen, die in die Lösung von Problemen einfließen können.
Finanziell stehen alle Kommunen zurzeit mächtig unter Druck, auch wenn wir in Hanau gut aufgestellt sind, auch weil wir die Kreisfreiheit mit großem Vorlauf geplant haben. Diese bringt etwa viele neue Verwaltungsaufgaben mit sich. Der größte Vorteil ist sicherlich, dass wir nun eine Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik aus einem Guss in unserer Stadt anbieten, im neuen Sozialforum sind Hanauer Jobcenter und Sozialamt unter einem Dach. Auf Sicht wird uns dieser Schritt auch finanziell entlasten.
Kreisfreiheit weiter vorangetrieben
Hanau wächst, laut unserem Einwohnermeldeamt leben etwa 107.000 Menschen im Moment hier. Die Kreisfreiheit haben wir aus Hanau heraus gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern vorangetrieben und stemmen sie für die Zukunft unserer Stadt. Heute ist ein guter Tag für die Zusammenarbeit mit dem Land Hessen. Und heute ist ein wichtiger Tag für die Hanauerinnen und Hanauer, denn ihnen kommt das Geld direkt zu. Wir investieren es in die uns übertragenen Aufgaben.“
Auch der Main-Kinzig-Kreis erhält finanzielle Mittel aus dem Landesausgleichsstock. Innenminister Poseck wird diesen Bescheid zeitnah dem Landkreis aushändigen.