Mit dem Beitritt bekennt sich die Kommune zu einer noch engeren Zusammenarbeit von Stadt, Polizei und Bürgerschaft, um die Sicherheit vor Ort weiter zu stärken und das Sicherheitsgefühl der Menschen nachhaltig zu verbessern. Im nächsten Schritt werden gemeinsam mit den Bürgern, der Kommune und der Polizei Sicherheitsbedarfe vor Ort identifiziert, um durch geeignete Maßnahmen das Sicherheitsgefühl der Bürger weiter zu stärken.
Klares Zeichen für Prävention, Zusammenarbeit und Verantwortung
Innenminister Roman Poseck betonte vor Ort: „Hessen ist und bleibt ein sicheres Land. Auch Seligenstadt weist insgesamt eine sehr gute Sicherheitslage auf. Die Straftaten haben sich im vergangenen Jahr gegenüber 2024 von 884 Fälle auf 747 um 15,5 Prozent deutlich reduziert. Das wirkt sich auch positiv auf die Häufigkeitszahl – also die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner – aus. Diese lag im Jahr 2025 bei 3.507 und hat sich damit um knapp 16 Prozent gegenüber 2024 verringert. Sie zeigt, dass sich die Sicherheitslage vor Ort nochmal deutlich gesteigert hat. Besonders beeindruckend ist zugleich die Aufklärungsquote, die enorm von 52,4 Prozent auf 64,1 Prozent gesteigert werden konnte. Die Zahlen weisen schon jetzt auf, dass sich die Bürger vor Ort auf die Polizei verlassen und sich sehr sicher fühlen können. Die Stadt ruht sich auf diese positive Entwicklung nicht aus, sondern möchte mit dem KOMPASS-Programm Sicherheit auch in Zukunft vollumfänglich gewährleisten.
Mit dem Beitritt zum KOMPASS-Programm setzt die Stadt Seligenstadt ein klares Zeichen für Prävention, Zusammenarbeit und Verantwortung. Ziel ist es, Sicherheitsbedarfe frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. KOMPASS ist dabei kein starres Konzept, sondern ein praxisnaher Prozess, der sich an den konkreten Herausforderungen vor Ort orientiert und die Menschen aktiv einbindet.
Seligenstadt bringt bereits wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme mit. Die Stadt engagiert sich in vielfältiger Weise in der Präventionsarbeit. Das Jugendzentrum bietet jungen Menschen eine wichtige Anlaufstelle und unterstützt sie mit Angeboten wie Hausaufgabenhilfe. Im Bereich der Gewaltprävention arbeitet das Frauenbüro eng mit spezialisierten Einrichtungen zusammen. Auch die Seniorenprävention ist mit ehrenamtlichen Sicherheitsberatern gut aufgestellt, die sich aktiv um die Belange älterer Menschen kümmern. Integrationslotsen leisten zudem einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen in Planung, etwa die Einrichtung eines Präventionsrates oder die Prüfung einer Videoschutzanlage im öffentlichen Raum. All dies zeigt: Seligenstadt denkt Sicherheit langfristig und will dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu steigern.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Kommune, Polizei und weiteren gesellschaftlichen Kräften ist der Schlüssel für nachhaltige Sicherheit. Mit KOMPASS schaffen wir hierfür den passenden Rahmen. Seligenstadt wird von diesem Austausch profitieren und zugleich Impulse für andere Kommunen geben. Mit diesem Engagement wird es gelingen, die objektive Sicherheitslage weiter zu verbessern und vor allem das Sicherheitsgefühl der Bürger nachhaltig zu stärken. Ich danke allen Beteiligten, die an diesem Prozess mitwirken.“
Polizeivizepräsidentin Anja Wetz begrüßt den Schritt der Stadt ebenfalls. „Seligenstadt ist nun eine von insgesamt 24 Kommunen im Polizeipräsidium Südosthessen, welche sich an KOMPASS beteiligen. Damit nehmen nunmehr über die Hälfte aller Kommunen in unserem Zuständigkeitsbereich an der Sicherheitsinitiative teil. Nachhaltige Sicherheit basiert auch auf einer starken Präventionsarbeit sowie auf einer engen und vertrauensvollen Kooperation zwischen Kommune und Polizei. Prävention zahlt sich aus und KOMPASS ist ein weiterer Baustein innerhalb unserer gemeinsamen Sicherheitsstruktur. Vor diesem Hintergrund ist der Beitritt der Stadt Seligenstadt ein folgerichtiger und wichtiger Schritt.“
Die KOMPASS-Sicherheitsinitiative
Mit dem 2017 initiierten KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel (KOMPASS) hat das Hessische Innenministerium ein Angebot für Städte und Gemeinden oder auch Stadtteile eingerichtet, mit dem diese in Zusammenarbeit mit den relevanten gesellschaftlichen Akteuren und der hessischen Polizei ihre Sicherheitsarchitektur gezielt weiterentwickeln können, um vor allem die gefühlte Sicherheitslage zu verbessern. Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme bestehender Präventionsangebote und der Sicherheitslage sowie einer Bürgerbefragung sollen konkrete Lösungsvorschläge für die Sicherheitsbedarfe vor Ort erarbeitet werden. Im Rahmen des bundesweit einmaligen Programms, über das gegenwärtig 170 hessische Kommunen im Austausch mit ihren Bürgern stehen, wurden hessenweit zahlreiche Sicherheitsanalysen und Bürgerbefragungen zur Erkennung von Problemfeldern in Kommunen und der Entwicklung entsprechender Lösungsansätze durchgeführt.
Die Sicherheitsprogramme des Landes Hessen sind unter dem Dach von „Gemeinsam Sicher in Hessen“ sind gebündelt online über das „Sicherheitsportal Hessen“ zugänglich. Das Sicherheitsportal vereint die Onlinewache der Polizei Hessen und den landesweiten Mängelmelder, an dem mehr als 340 von 421 hessischen Kommunen teilnehmen. Das Sicherheitsportal ist unter https://sicherheitsportal.hessen.de/Öffnet sich in einem neuen Fenster erreichbar.