Sechs Personen, darunter auch Innenminister Poseck, stehen nebeneinander vor einem Feuerwehrwagen und halten eine Urkunde hoch.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Stadt Wetzlar erhält Förderbescheid für neuen Feuerwehr-Gerätewagen

Heute übergab der Innenminister einen Förderbescheid des Landes über 52.140 Euro an die Stadt Wetzlar. Das Geld wurde zur Neubeschaffung eines Gerätewagens Logistik mit maschineller Zugeinrichtung (GW-L1 mit MaZE) vom Land Hessen im Rahmen der Brandschutzförderung bereitgestellt.

Mit der Beschaffung wird der bestehende Gerätewagen Nachschub (GW-N), zugelassen im Jahr 2000, ersetzt. Die Feuerwehr in Wetzlar ist damit weiterhin gut und zeitgemäß für ihren unerlässlichen Dienst ausgestattet.

Innenminister Roman betonte zur Bescheidübergabe, die wichtige Rolle der Feuerwehr in der Gesellschaft: „Über 360 mutige Frauen und Männer stellen sich als aktive Einsatzkräfte der Feuerwehr in Wetzlar tagtäglich in den Dienst der Bürger vor Ort. Es ist ihnen zu verdanken, dass ein zuverlässiger Brandschutz zu jeder Zeit besteht und die Menschen auf diese Gewissheit zählen können. Dieses Engagement geht immer auch mit Aufopferung und Entbehrungen einher. Der größte Teil der Einsatzkräfte, übt seinen ehrenvollen Dienst im Ehrenamt aus. Diese Bereitschaft verdient Anerkennung und Respekt.

Unterstützt wird diese Feuerwehrgemeinschaft von mehr als 140 Mitgliedern der Kinder- und nochmal 150 Angehörigen der Jugendfeuerwehr. Hinzu kommen fast 90 Ehren- und Altersmitglieder. Zusammen bildet dieses Gespann aus Nachwuchs, aktivem Dienst und Erfahrung eine unschlagbare Ressource im Brandschutz. Die Feuerwehr ist dabei auch ein wichtiger Anker der Gemeinschaft.

Stellenwert der Blaulichtfamilie betonen

Diese hohe Bedeutung würdigen wir in dieser Woche noch einmal ganz besonders. Unter dem Leitmotiv des Respekts, betonen wir den festen Stellenwert unserer Blaulichtfamilie in Hessen. Von der Polizei über Rettungskräfte bis hin zu den vielen engagierten Feuerwehrleuten und Katastrophenschützern gebührt ihnen Respekt für unermüdliche Einsatzbereitschaft.

Ihre wichtige Rolle in der Mitte der örtlichen Gemeinschaft hat die Feuerwehr Wetzlar beispielsweise im April 2024 mit einem herausragenden Projekt zur interkulturellen Mitgliedergewinnung unter Beweis gestellt. Die Freiwillige Feuerwehr Wetzlar-Nauborn engagiert sich bereits seit vielen Jahren in der Integrationsarbeit und legt großen Wert darauf, jüngere Mitglieder mit Migrationsgeschichte zu gewinnen. Daraus gingen die Blaulichttage in Wetzlar hervor, bei denen Informationen zum Verhalten im Notfall in mehreren Sprachen übermittelt werden. Zudem werden die Kinder ermuntert, sich mit gleichaltrigen Kindern in der Jugendfeuerwehr im Ort zu engagieren. Es war mir eine große Freude, diese Integrationsleistung 2024 mit der Auszeichnung, Feuerwehr des Monats würdigen zu dürfen.

Konsequente Brandschutzförderung

Vor diesem Hintergrund ist es richtig, dass das Land Hessen eine konsequente Brandschutzförderung für dieses umfängliche Engagement bereitstellt. Der neu beschaffte Gerätewagen wird den Einsatzkräften in Wetzlar ein wichtiger und moderner Wegbegleiter sein. Mögen sie stets wohlbehalten und gesund von all ihren Einsätzen zurückkehren.“

Im Vorfeld der Bescheidübergabe besuchte der Innenminister auch den THW-Ortsverband Wetzlar mit seinen rund 70 Einsatzkräften und 12 Mitgliedern der Jugendgruppe. Bei dem Termin wurde ihm die neu gegründete Kindergruppe „Die Herminchens“ (abgeleitet von dem THW-Internet Portal Hermine) vorgestellt. Dort werden zurzeit 6 Kinder ab 6 Jahren spielerisch an die Aufgaben und die wertvolle Arbeit des THW herangeführt. Feuerwehr und THW arbeiten oft Hand in Hand, weshalb die Jugendförderung in beiden Bereichen ein wichtiger Schwerpunkt der Nachwuchsgewinnung ist. Mit der neuen Kindergruppe wird diese Förderung sinnvoll ausgebaut. Darüber hinaus sprach der Minister mit Auszubildenden aus dem Raum Wetzlbar, die beim THW Fähigkeiten und Fertigkeiten im Zivilschutz erwerben. Er lobte dieses Projekt als vorbildlich.  „Ich danke allen Beteiligten, die dafür Sorge tragen, dass sich schon die Kleinsten mit den Themen Krisenvorsorge und Bevölkerungsschutz befassen. Das ist angesichts der aktuellen Bedrohungslage sehr relevant“, so Roman Poseck. 

Hintergrund zur Respektwoche

Mit der Respektwoche 2026 setzt das Hessische Innenministerium erneut ein sichtbares Zeichen für Anerkennung, Wertschätzung und Schutz der Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Rund um den Tag des Respekts am 18. September stehen diejenigen im Mittelpunkt, die jeden Tag für die Sicherheit und den Schutz der Menschen in Hessen im Einsatz sind.

Die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zeigen zugleich, wie notwendig dieses Zeichen ist: 2025 wurden in Hessen insgesamt 2.754 Straftaten zum Nachteil von Einsatzkräften registriert. Dabei wurden 5.507 Einsatzkräfte Opfer einer Straftat. Gegenüber dem Vorjahr mit 2.589 Fällen und 5.240 Opfern bedeutet dies einen Anstieg sowohl bei den Fallzahlen als auch bei den Opfern.

Gezielte Förderung des Brandschutzes

Zwischen 2020 und 2025 erhielt die Stadt bereits sieben Förderungen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,1 Millionen Euro. An den Landkreis Lahn-Dill flossen in den vergangenen zwei Jahren insgesamt über 4,3 Millionen Euro an Brandschutzfördermitteln des Landes. Gefördert wurden dabei dreizehn Fahrzeuge und elf bauliche Maßnahmen.

Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist ein Schwerpunkt der Hessischen Landesregierung. Allein 2025 wurden rund 134 Fahrzeuge und 58 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit konnten mehr als 90 Prozent aller eingegangenen förderfähigen Anträge bewilligt und trotz schwieriger Gesamthaushaltslage das hohe Niveau der Vorjahre gehalten werden. Seit 2016 hat das Land die Beschaffung von mehr als 1.770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 bauliche Maßnahmen mit insgesamt mehr als 200 Millionen Euro unterstützt.

Auch 2026 investiert die Hessische Landesregierung zielgerichtet weiter in moderne Ausstattung, leistungsfähige Strukturen und damit in einen starken Brand- und Katastrophenschutz. Dazu stellt das Land erneut mehr als 21 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen Mittel mindestens für die bewährten Landesbeschaffungsaktionen für TSF-W-Fahrgestelle, Mittlere Löschfahrzeuge MLF und Löschgruppenfahrzeuge LF 10. In diesem Bereich werden neue Lieferverträge ausgeschrieben, um die hessischen Städte und Gemeinden weiterhin von der Durchführung von Vergabeverfahren zu entlasten und den Feuerwehren leistungsfähige Fahrzeuge anbieten zu können.