Innenminister Roman Poseck u.a. mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, dem Veranstalter und Geschäftsführer der neuen Messe Fulda GmbH, Manfred Hommel, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Dr. Christoph Weltecke und Landtagsabgeordneten Thomas Hering

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Temporäre Infrastruktur stärkt den Katastrophenschutz

Innenminister Roman Poseck hat heute die Fachmesse TEMPOR EXPO in der Messe Galerie Fulda besucht und dort ein Grußwort gehalten.

Die Messe präsentiert am 4. und 5. November Lösungen, Produkte und Innovationen rund um temporäre Infrastruktur, von Zelten und Containern über mobile Sanitäranlagen bis hin zu Beleuchtung, Heizsystemen und Energieversorgung. In seiner Rede hob der Minister hervor, welche Rolle diese Systeme für den Bevölkerungsschutz, die Bewältigung von Krisen und Katastrophen sowie für die Unterbringung von Menschen in Notlagen spielen.

Innen- und Heimatschutzminister Roman Poseck betonte in seiner Rede: „Hochwasser und Starkregen haben uns in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, wie schnell erhebliche Schäden entstehen und ganze Regionen vor große Herausforderungen gestellt werden können. Auch andere Krisen können dazu führen, dass öffentliche Einrichtungen, Gebäude oder wichtige Versorgungsstrukturen plötzlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Fähigkeit, darauf schnell und wirksam zu reagieren, entsteht nicht erst im Ernstfall. Sie ist das Ergebnis langfristiger Vorbereitung, abgestimmter Abläufe und einer Ausstattung, die den Anforderungen der Praxis gerecht wird.

Austausch zwischen Behörden, Einsatzkräften und Unternehmen

Wenn eine Einsatzlage zusätzliche Führungs- und Arbeitsräume erfordert, wenn Menschen vorübergehend geschützt untergebracht werden müssen oder wenn bestehende Versorgungskapazitäten nicht ausreichen, leisten mobile und modulare Systeme einen entscheidenden Beitrag. Zelte, Container, Sanitäranlagen, Beleuchtung, Heizung und Energieversorgung entfalten ihre Wirkung aber erst im abgestimmten Zusammenspiel. Und die beste technische Lösung nützt wenig, wenn sie im entscheidenden Moment nicht verfügbar ist. Beschaffung, Lagerung, Wartung, Transport und Betrieb müssen deshalb von Anfang an mitgedacht werden.

Eine besondere Verantwortung tragen wir bei der Unterbringung von Menschen, die infolge einer Krise ihre Wohnungen verlassen müssen. Eine Unterkunft ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Menschen brauchen Schutz vor Witterung, Wärme, sanitäre Einrichtungen, Hygiene und Privatsphäre. Familien, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und andere besonders schutzbedürftige Personen müssen angemessen berücksichtigt werden. Die Qualität einer temporären Unterbringung darf daher nicht allein an der Geschwindigkeit ihres Aufbaus gemessen werden. Gerade bei länger andauernden Lagen wird aus einer kurzfristig gedachten Lösung schnell eine Unterbringung über Wochen oder Monate. Hinter jeder temporären Unterkunft stehen Menschen, deren Alltag sich von einem Moment auf den anderen grundlegend verändert hat. Ihnen Schutz und angemessene Lebensbedingungen zu ermöglichen, muss unser gemeinsamer Anspruch sein.

Welche Lösungen sich bewährt haben, wo Engpässe aufgetreten sind und was wir besser machen können, lässt sich nicht allein am Schreibtisch beantworten. Dafür braucht es den Austausch zwischen Behörden, Einsatzkräften und den Unternehmen, die diese Systeme entwickeln und bereitstellen. Eine Fachmesse wie die TEMPOR EXPO bietet dafür einen hervorragenden Rahmen. Die Unternehmen dieser Branche schaffen Lösungen, die unter außergewöhnlichen Bedingungen funktionieren müssen und helfen dabei, Einsatzfähigkeit, Versorgung und Unterbringung sicherzustellen. Dafür danke ich ihnen ausdrücklich. Lassen Sie uns diese Partnerschaften weiter vertiefen und gemeinsam daran arbeiten, unseren Katastrophenschutz zu stärken und Menschen in Krisen wirksam zu unterstützen.“

Hessen investiert konsequent in den Brand- und Katastrophenschutz

Mit jeweils 26 neuen Sonderanhängern Versorgung Plus und Betreuung erreicht Hessen eine flächendeckende Ausstattung seiner Katastrophenschutzeinheiten. Die Versorgungsanhänger verfügen über ein integriertes Stromaggregat und ermöglichen damit eine autarke Kühlung auch während des Transports. Die Betreuungsanhänger führen die Ausstattung für mobile Anlaufstellen mit, an denen Menschen in Notlagen betreut, versorgt und beraten werden können.

Die drei Abrollbehälter Tankstelle stärken zusätzlich die Kraftstofflogistik bei länger andauernden Einsatzlagen. Fahrzeuge, Pumpen und weitere Einsatzmittel können damit unmittelbar im Einsatzraum versorgt werden. Bei Vegetationsbränden können zudem Luftfahrzeuge näher am Einsatzgebiet betankt, Flugwege verkürzt und Einsatzunterbrechungen reduziert werden.

Moderne Ausstattung und leistungsfähige Strukturen

Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist ein Schwerpunkt der Hessischen Landesregierung. Allein 2025 wurden rund 134 Fahrzeuge und 58 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit konnten mehr als 90 Prozent aller eingegangenen förderfähigen Anträge bewilligt und trotz schwieriger Gesamthaushaltslage das hohe Niveau der Vorjahre gehalten werden. Seit 2016 hat das Land die Beschaffung von mehr als 1.770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 bauliche Maßnahmen mit insgesamt mehr als 200 Millionen Euro unterstützt.

Auch 2026 investiert die Hessische Landesregierung zielgerichtet weiter in moderne Ausstattung, leistungsfähige Strukturen und damit in einen starken Brand- und Katastrophenschutz. Dazu stellt das Land erneut mehr als 21 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen Mittel mindestens für die bewährten Landesbeschaffungsaktionen für TSF-W-Fahrgestelle, Mittlere Löschfahrzeuge MLF und Löschgruppenfahrzeuge LF 10. In diesem Bereich werden neue Lieferverträge ausgeschrieben, um die hessischen Städte und Gemeinden weiterhin von der Durchführung von Vergabeverfahren zu entlasten und den Feuerwehren leistungsfähige Fahrzeuge anbieten zu können.