Die nordhessischen Kinderfeuerwehren sind am heutigen Samstag zu ihrem gemeinsamen Treffen in der Stadt Baunatal zusammengekommen. Innenminister Roman Poseck nahm an der Veranstaltung teil und dankte den Kindern sowie den Betreuern für ihr Engagement. Die Kinderfeuerwehren stehen Mädchen und Jungen ab sechs Jahren offen und führen sie spielerisch an die Aufgaben der Feuerwehr heran, lange bevor der Übertritt in die Jugendabteilung und später in die Einsatzabteilung ansteht.
Innenminister Roman Poseck betonte im Rahmen der Veranstaltung in der Rundsporthalle:
„Die Kinder- und Jugendfeuerwehren sind weit mehr als die Nachwuchsschmieden unserer Freiwilligen Feuerwehren. Hier lernen Mädchen und Jungen früh, Verantwortung für sich selbst und für andere zu übernehmen, hier entstehen Kameradschaften fürs ganze Leben und hier werden Werte wie Demokratie, Teilhabe, Gleichberechtigung, Toleranz und Respekt ganz selbstverständlich vorgelebt. Die Kinder- und Jugendfeuerwehren sind damit wichtige Gestaltungsräume des demokratischen Miteinanders.
Kreativzentren des Brandschutzes
Sie sind zugleich aber auch Kreativzentren des Brandschutzes, in denen Ideen entwickelt, diskutiert und umgesetzt werden, von denen am Ende auch die Einsatzabteilungen profitieren. Meine Hochachtung gilt allen Jugendfeuerwehrwartinnen und Jugendfeuerwehrwarten sowie den Betreuern, die diese Arbeit zusätzlich zu ihrem Dienst in der Einsatzabteilung, zusätzlich zu ihrem Beruf und zusätzlich zu ihren familiären Verpflichtungen leisten. Ohne sie wäre die starke Nachwuchsarbeit in Hessen nicht denkbar.
Die Hessische Landesregierung steht fest an der Seite der Feuerwehren und wird ihre Anstrengungen für eine moderne Ausstattung und eine fundierte Ausbildung auch künftig auf hohem Niveau fortsetzen.“
Die hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehren stehen nach wie vor sehr gut da. Landesweit engagieren sich über 26.000 Jugendliche in mehr als 1.900 Nachwuchsabteilungen sowie rund 17.500 Mädchen und Jungen in knapp 1.200 Kindergruppen. Allein in Nordhessen zählte die Jahresstatistik 2025 rund 6.300 Kinder in 467 Kindergruppen und rund 9.800 Jugendliche in 778 Jugendfeuerwehren.
Auch die gastgebende Stadt Baunatal setzt auf eine breite Nachwuchsarbeit. Zu den sieben Freiwilligen Stadtteilfeuerwehren mit insgesamt 234 aktiven Einsatzkräften kommen sieben Jugendfeuerwehren mit 132 Mitgliedern und drei Kinderfeuerwehren mit 56 Mitgliedern. Im vergangenen Jahr rückten die Baunataler Wehren zu 439 Einsätzen aus.
Nachwuchsarbeit der Feuerwehren
Das Land unterstützt die Nachwuchsarbeit der Feuerwehren gezielt. Mit dem Neubau der Außenstelle der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Marburg-Cappel, dem Kinder- und Jugendfeuerwehrausbildungszentrum, ist für rund 26 Millionen Euro eine moderne Aus- und Fortbildungsstätte mit Strahlkraft über die Grenzen Hessens hinaus entstanden. Dort werden künftig die Jugendfeuerwehrwartinnen und Jugendfeuerwehrwarte sowie die Betreuer der Jugendfeuerwehren und Kindergruppen aus- und fortgebildet. Darüber hinaus finden am Standort weitere nicht technische Lehrgänge statt, vor allem im Bereich der Brandschutzerziehung.
Ein weiterer Baustein ist das Brandschutzerziehungskonzept des Landes. Hessen fördert in den Landkreisen, den kreisfreien Städten und den Städten mit Sonderstatus jeweils eine hauptamtliche Kraft, welche die Brandschutzerziehung koordiniert und regionale Strukturen aufbaut. Damit die Koordinatoren über das nötige Rüstzeug verfügen, erhält jeder Kreis und jede kreisfreie Stadt zusätzlich ein Brandschutzerziehungsmobil. Der rund 90.000 Euro teure Gerätewagen Brandschutzerziehung ist genau auf die Bedürfnisse der Brandschutzerzieher zugeschnitten. Insgesamt stellt das Land 34 dieser Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 3,2 Millionen Euro bereit. Ein Fahrzeug ist zu Ausbildungszwecken am Kinder- und Jugendfeuerwehrausbildungszentrum in Marburg stationiert, wo auch die Kompetenzstelle Brandschutzerziehung ihren Sitz hat.
Vom Förderprogramm des Landes im Brandschutz hat auch der Landkreis Kassel profitiert. In den vergangenen zwei Jahren wurden dort neun Fahrzeuge und drei bauliche Maßnahmen mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro gefördert. Im Landkreis sind zudem eine hauptamtliche Brandschutzerziehungskoordinatorin und 38 interkulturelle Berater tätig.