Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf mit den Beteiligten beim Tag der Heimat des BdV-Bund der Vertriebenen 2022

Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

„Vertriebene und Spätaussiedler: Brückenbauer in Europa“

Mit großer Beteiligung aus Hessen fand in Berlin der zentrale Tag der Heimat des BdV- Bund der Vertriebenen erstmals im Französischen Dom am Gendarmenmarkt statt, der Friedrichstadtkirche der Hugenotten, die ebenfalls Flüchtlinge – Glaubensflüchtlinge – waren.

Hessens Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf nahm ebenso an der Festveranstaltung teil wie der Vorsitzende des Unterausschusses für Heimatvertriebene, Flüchtlinge, Aussiedler und Wiedergutmachung (UHW) im Hessischen Landtag, MdL Andreas Hofmeister, die Landesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Ingwelde Juchum, der Landes- und Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR) und BdV- Vizepräsident, Johann Thießen, die Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland (IDRH) Albina Nazarenus-Vetter, der Schatzmeister des BdV-Hessen, Hagen Novotny und das ehemalige Bundesvorstandsmitglied der Landsmannschaft Weichsel-Warthe (LWW), Wilhelm Tappert.

Aktuelle Themen und Erinnerungen

BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius gab in seiner Begrüßungsansprache einen Überblick über die aktuellen Themen der Vertriebenen und Spätaussiedler: den Härtefallfonds zur Aussiedler- und Spätaussiedlerrente, die Kürzung der Mittel für den Deutschunterricht für 50.000 Schulkinder der deutschen Minderheit in Polen durch die polnische Regierung und die empfindliche Kürzung der Mittel für die Kulturförderung nach § 96 Bundesvertriebenengesetz (BVFG) durch die Bundesregierung.

Festredner des Tages war der ehemalige Stadtpräsident von Breslau (2002-2018) Dr. Rafael Dutkiewicz, der mit seinen Ausführungen beeindruckte. Er rief in Erinnerung, Breslau sei die einzige europäische Stadt, deren Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg komplett ausgetauscht wurde. Alle deutschen Bewohner seien nach 1945 vertrieben worden. Breslau sei die Stadt der Vertreibungen und Versöhnungen. Heute sei die Stadt erneut eine Stadt der Vertreibung, sie habe Hunderttausende ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Europäisch sein – aus Vertreibung zu Versöhnung zu gelangen, das sei die Aufgabe. Russland sei unser gemeinsames Problem. Die Ukraine habe das Recht und die Pflicht, sich gegen Russlands Angriffskrieg zu verteidigen. Wir seien dazu verpflichtet, der Ukraine zu helfen, auch mit Waffenlieferungen. Eine Nation könne sich heute nur international verwirklichen.

Großes Engagement in der Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit

Wichtige und emotionale Eindrücke aus der Ukraine in der aktuellen Kriegssituation schilderte der Vorsitzende des Rates der Deutschen der Ukraine (RDU), Wladimir Leysle. Er dankte für die internationale Unterstützung für sein Land, das weiterhin Solidarität, humanitäre Hilfe und die europäische Perspektive bräuchte. In der Ukraine leben rund 33.000 Deutschstämmige.

Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf konnte mit allen Rednern und vielen weiteren prominenten Gästen Gespräche führen. Sie äußerte sich zufrieden über den Verlauf: „Es war ein beeindruckender Tag, der ein weiteres Mal die vielen in der Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit Engagierten zusammengeführt, über vieles informiert und uns alle neu motiviert hat“.

Im Anschluss an den Festakt legte Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf am Ehrenmal der Heimatvertriebenen, der „Ewigen Flamme“ am Theodor-Heuss-Platz, zur Erinnerung an die Millionen Opfer von Flucht und Vertreibung in Vertretung der Hessischen Landesregierung einen Kranz nieder.