Herr Poseck steht neben Frau Rathgeber und gemeinsam halten Sie das KOMPASS Resilienz Schild in den Händen

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Werra-Meißner-Kreis stärkt seine Krisenfestigkeit

Am Freitag den 18. September überreichte Innenminister Roman Poseck das KOMPASS Resilienz-Schild an den Werra-Meißner-Kreis. Die Kommune ist damit die vierte im hessenweiten KOMPASS Resilienz Programm. Außerdem handelt es sich um den ersten Landkreis, der in Gänze dem Programm beitritt.

Der Begrüßung ging eine Bewerbung der Kommunen des Werra-Meißner-Kreises durch den gemeinsam eingesetzten Resilienzbeauftragten Marco Federau voraus.

Innenminister Roman Poseck begrüßte das vorausschauende Engagement der Kommune und betonte die Bedeutung guter Vorbereitung: „Resilienz ist zu einem Schlüsselbegriff moderner Sicherheitspolitik sowohl staatlicher als auch privater Sicherheitsvorsorge geworden. Im Krisenfall sind die Menschen ganz akut vor Ort in unseren Kommunen betroffen. Hier findet die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Hilfsorganisationen statt; es werden Krisen bewältigt und Kritische Infrastruktur betrieben. Das hat für das Gemeinwesen vor Ort eine herausgehobene Bedeutung. Umso wichtiger ist es, diese Infrastruktur wehrhaft und resilient zu machen, damit sie dann verlässlich funktioniert, wenn es darauf ankommt.

Der Werra-Meißner-Kreis ist eine ländlich geprägte Region in Nordhessen. Hier verteilen sich knapp 100.000 Einwohner auf 16 kleine Städte und Gemeinden. Um die örtlich entsprechend begrenzten personellen und planerischen Ressourcen hier sinnvoll einzusetzen, hat sich der Kreis für eine übergeordnete Zentralisierung seiner Resilienzstrategie entschieden. Ein überaus vorausschauender und maßvoller Schritt, den wir sehr begrüßen. Denn gute Vernetzung und Zentralisierung sind in Krisenzeiten ein bedeutender Resilienzbaustein.

Der Kreis tritt dem Landesprogramm nicht unvorbereitet bei. Schon vor der Bewerbung wurden zusätzliche Stellen im örtlichen Katastrophenschutz sowie für die zivile Verteidigung und Alarmplanung geschaffen. Neben der Ertüchtigung der Kreisverwaltung – mitunter durch gezielte Schulungen – wurde zudem ein Notstromerzeuger beschafft. Diese Maßnahmen beweisen ein aktives Bewusstsein für Selbstschutz und Präventionsarbeit.

Ein ganzer Landkreis macht sich krisenfest. Werra-Meißner zeigt beispielhaft, wie Zentralisierung und gute Vernetzung zu Resilienz und kommunaler Handlungsfähigkeit beitragen.

Roman Poseck Innenminister

Für die zukünftige Zusammenarbeit im KOMPASS Resilienz-Programm hat die Kreisverwaltung bereits zentrale Herausforderungen erkannt und ist dabei, zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln. Konkret möchten die Städte und Gemeinden in Werra-Meißner sich besser auf zunehmende Krisenintensitäten, wie bei Dürren oder Energiemangellagen vorbereiten. Auch wurden Handlungsbedarfe bei der haupt- und ehrenamtlichen Personalausstattung sowie der Schaffung gemeindeübergreifender Mindeststandards im Katastrophenschutz erkannt.

Für die nächste Zeit sind Aus- und Fortbildungen von Verwaltungs- und Katastrophenschutzstab vorgesehen. Im Zeichen der Zentralisierung steht dabei auch die Anschaffung einer einheitlichen Stabssoftware und damit auch die digitale Anbindung ans Land Hessen. Die Gründung eines kreisweiten Resilienzrates wird zudem für ein abgestimmtes Monitoring der regionalen KRITIS-Strukturen sorgen. Besonders hervorheben möchte ich auch die geplante Sicherstellung einer flächendeckenden Notstromversorgung für die im Kreis vorhandenen Feuerwehrhäuser und Dorfgemeinschaftshäuser. Der Kreis schafft dadurch Einheitlichkeit, Verlässlichkeit und Handlungsfähigkeit über Gemeindegrenzen hinweg.

Das Programm KOMPASS Resilienz ist ein sinnvoller und richtiger Schritt für die Resilienz des Werra-Meißner-Kreises. Ich bedanke mich ausdrücklich für dieses umfangreiche Engagement. Ein besonderer Dank gilt auch all den Einsatzkräften, die im Krisenfall vor Ort für den Schutz der Bevölkerung sorgen und zu jeder Zeit bereit sind, sich für die Bürger in Gefahr zu begeben. Ihnen wünsche ich, dass sie von ihren Einsätzen zu jeder Zeit gesund und wohlbehalten zurückkehren.“

Niederschwellige Programm-Teilnahme/ Resilienz-Siegel als Auszeichnung

KOMPASS Resilienz richtet sich an hessische Städte, Gemeinden und Landkreise, die ihre kommunale Resilienz weiterentwickeln möchten. Das Programm baut auf bestehenden Aufgaben der Kommunen im Katastrophen- und Zivilschutz auf und bietet einen zusätzlichen Rahmen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber unterschiedlichen Krisen zu erhöhen.

Voraussetzung zur Teilnahme ist die Benennung einer oder eines Resilienzbeauftragten, die oder der in der Verwaltung die Maßnahmen vor Ort koordiniert und als Ansprechperson fungiert. Die Vernetzung aller relevanten kommunalen Stellen durch einen Resilienzrat bzw. ein kommunales Gremium für Resilienzthemen wird empfohlen, um das Querschnittsthema Resilienz effektiv anzugehen. Synergien mit ggf. bereits bestehenden Gremien vor Ort, wie einem Präventionsrat oder der KOMPASS-Sicherheitskonferenz, können genutzt werden.

Interessierte Kommunen können sich unter resilienz-siegel@innen.hessen.de um eine Programm-Teilnahme bewerben. Hat eine Kommune aus jedem KOMPASS Resilienz-Handlungsfeld mindestens eine Maßnahme auf den Weg gebracht oder umgesetzt, kann sie die Checkliste samt einer kurzen formlosen Beschreibung jeder Maßnahme und der ausführlicheren Darstellung einer besonders erfolgreichen Maßnahme in der Geschäftsstelle KOMPASS Resilienz einreichen. Werden die Maßnahmen als geeignet bewertet, die Resilienz vor Ort nachhaltig zu erhöhen, wird die Kommune für ihr Engagement für ein krisenfestes Gemeinwesen mit dem Resilienz-Siegel ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Programm, wie z. B. den Leitfaden und die Checkliste finden sich unterinnen.hessen.de/sicherheit/kompass-resilienz.

Informationen rund um das KOMPASS Resilienz-Programm und die Themen Resilienz und Krisenvorsorge bietet der Resilienz-Newsletter unter feuerwehr.hessen.de/Resilienz-NewsletterÖffnet sich in einem neuen Fenster.

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