Innenminister Roman Poseck gemeinsam mit Bürgermeisterin Marion Frohnapfel und Geschäftsführer Ingo Rancke

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Zweckverband Hessisches Kegelspiel erhält 100.000 Euro

Hessens Innen- und Kommunalminister Roman Poseck hat heute in Hünfeld einen Förderbescheid über 100.000 Euro an die Vorsitzende des Zweckverbandes Hessisches Kegelspiel, Bürgermeisterin Marion Frohnapfel, übergeben.

Mit den Mitteln aus dem Förderprogramm Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) unterstützt das Land die Einrichtung einer Interkommunalen Informationssicherheitsstelle (IKIS). Diese haben der Zweckverband sowie die Stadt Hünfeld und die Gemeinden Burghaun, Nüsttal und Rasdorf im Landkreis Fulda gemeinsam gebildet. Die IKIS berät und unterstützt die beteiligten Kommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen der Informationssicherheit, um eine bestmögliche Cybersicherheit zu erreichen.

Innenminister Roman Poseck betonte im Rahmen Übergabe des Förderbescheids: „Mit der fortschreitenden Digitalisierung der kommunalen Verwaltung gewinnen Informationssicherheit und IT-Sicherheit rasant an Bedeutung. Der Schutz von Daten, Hardware, Software und Netzwerken ist die Voraussetzung dafür, dass Städte, Gemeinden und Landkreise jederzeit verlässlich handlungsfähig bleiben. Gerade kleinere Kommunen stehen dabei vor Aufgaben, die sie allein kaum stemmen können.

Kompetenzen und Fachwissen bündeln

Umso mehr freue ich mich, dass der Zweckverband Hessisches Kegelspiel gemeinsam mit Hünfeld, Burghaun, Nüsttal und Rasdorf die Zeichen der Zeit erkannt hat. Interkommunale Zusammenarbeit ist hier das Gebot der Stunde. Die Digitalisierung hebt räumliche Grenzen auf und eröffnet ganz neue Formen der Zusammenarbeit. Mit der gemeinsamen Informationssicherheitsstelle wird die Informationssicherheit ganzheitlich betrachtet und bei allen Beteiligten organisatorisch und technisch auf ein Niveau gebracht, das eine bestmögliche Cyberresilienz gewährleistet. Einheitliche Standards und gemeinsame Lösungen helfen dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und ihnen wirksam zu begegnen. Zugleich werden Kompetenzen und Fachwissen gebündelt und wirtschaftliche Synergien genutzt. Das macht unsere Kommunen sicherer und entlastet zugleich ihre Haushalte.

Der Zweckverband Hessisches Kegelspiel beweist seit nunmehr 20 Jahren, welche Chancen in der interkommunalen Zusammenarbeit stecken. Ob gemeindeübergreifender Generationentreff, gemeinsame Touristen-Information oder das gemeinsame Dienstleistungszentrum im Kegelspielhaus, in dem Querschnittsaufgaben wie das Finanzwesen gebündelt werden, hier sind kosteneffiziente Strukturen entstanden, ohne dass die Mitgliedskommunen ihre Eigenständigkeit aufgeben mussten. Mit der neuen Informationssicherheitsstelle wird diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Das Hessische Kegelspiel ist damit ein Vorbild für ganz Hessen.

Die Hessische Landesregierung wird die interkommunale Zusammenarbeit auch in Zukunft mit einer engagierten Beratung und einem finanziell gut ausgestatteten, unbürokratischen und kommunalfreundlichen Förderprogramm unterstützen. Wir wollen Städte, Gemeinden und Landkreise ermutigen, freiwillig miteinander zu kooperieren und in möglichst vielen Bereichen zusammenzuarbeiten. Ich gratuliere allen Beteiligten zu diesem zukunftsweisenden Projekt und wünsche der Informationssicherheitsstelle einen erfolgreichen Start.“

Gemeinsame Beratungsstelle mit deutlichen Einsparungen

Grundlage der Kooperation ist eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung vom 23. Juni 2026. Die Beteiligten stellen das für die Arbeit der IKIS erforderliche Personal sowie die örtlichen Ressourcen kostenfrei aus dem eigenen Bestand zur Verfügung. Die Federführung für Organisation und Aufgabenerfüllung liegt beim Geschäftsführer des Zweckverbandes, Ingo Rancke. Er koordiniert die Zusammenarbeit der Beteiligten und ist zugleich Bindeglied zu den Entscheidungsträgern. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit des Zweckverbandes und der Kommunen auch bei erhöhten externen Bedrohungslagen zu sichern. Die gemeinsam entwickelten Standards und Lösungen werden in einem Informationssicherheitssystem gebündelt. Über ein zentrales Wissensmanagement können die Kommunen zudem auf Spezialwissen zurückgreifen, ohne externe Dienstleister beauftragen zu müssen.

Die Kooperation zahlt sich auch finanziell aus. In der Aufbauphase sparen die Beteiligten jährlich rund 112.250 Euro an Personal- und Sachkosten ein. Das entspricht einer Einsparquote von rund 41 Prozent. Für die Folgejahre wird mit Einsparungen von rund 20 Prozent beziehungsweise etwa 59.000 Euro pro Jahr gerechnet.

Förderprogramm Interkommunale Zusammenarbeit

Die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) in Hessen ist eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2004 wurde die erste „Rahmenvereinbarung zur Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit“ in enger Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden ins Leben gerufen. Seitdem wurde das Programm stetig weiterentwickelt und umfasst heute nahezu das gesamte Aufgabenspektrum der kommunalen Verwaltung, von der Digitalisierung über den Brandschutz bis zur Cybersicherheit. Seit 2008 wurden insgesamt 589 Kooperationen mit rund 41,87 Millionen Euro gefördert. Daran waren 2.744 Kommunen beteiligt, wobei Kommunen mit mehreren Projekten mehrfach gezählt werden. Statistisch ist damit jede der 442 hessischen Kommunen an mehr als sechs IKZ-Projekten beteiligt. Im laufenden Jahr wurden bislang 20 Kooperationen mit rund 2,0 Millionen Euro unterstützt.

Das Kommunale Beratungszentrum Hessen berät die hessischen Kommunen seit 2009 zu allen strategischen und inhaltlichen Fragen rund um die Interkommunale Zusammenarbeit.